Renew-Reboot
Angesichts wachsender gesellschaftlicher Krisen besinnt sich mur.at 2026-28 auf seinen Kern als lokal verortete Interessensgemeinschaft für Netzkultur und Kunst.
Unter dem Motto recollect/reboot: Communityreaktivieren wir die steirische Mitgliederbasis des Vereins und laden dazu ein, gemeinsame Visionen, Praktiken und Technologien zur sozialen und kreativen Vernetzung und Partizipation zu untersuchen und entwickeln. Dabei braucht lokales Kunstschaffen eine konkrete Verortung und Kanäle zur Verbreitung. Das Schaffen öffentlicher, unabhängiger, nichtkommerzieller Räume im Internet war und ist dabei immer das Ziel des Vereins.
Kuratiert durch hiesige Künstler:innen aus der Vereinscommunity sowie internationalen Gästen bietet das Programm physische und virtuelle Veranstaltungen, Workshops, Community-Events und Diskursformate sowie Kooperationsveranstaltungen mit lokalen und internationalen Partner:innen.
Im Zentrum steht das Wiederanknüpfen an Traditionen und Praktiken, die mur.at seit seiner Gründung bestimmt haben (“recollect“), sowie die Verstärkung des Gemeinschaftsgedankens (“reboot: community“). Im jahresübergreifenden Fokus „nomad net artists“ spielen aktuelle Arbeitsrealitäten im Spannugnsfeld von „digitaler Heimat“ eine Rolle. Sichtbar wird unsere Arbeit und ihre Ergebnisse in Präsentationen, Screenings, Workshops, dem Artist-in-Residency-Programm, dem Community-Format mur.at-Salon und verschiedenen Veranstaltungs- und Kommunikationsformaten, sowohl physisch vor Ort als auch im Radio und im Netz. Das inhaltliche Programm verschränkt sich mit dem Kernziel von mur.at als regionales digitales Rückgrat: Seit der Gründung von mur.at vor 25 Jahren haben sich Bedürfnisse und Anforderungen an digitale Infrastrukturen stark gewandelt. Aufbauend auf der Überzeugung, dass Infrastrukturen den Bedürfnissen der Menschen entsprechen müssen, die sie nützen, beziehen wir die Mitgliederbasis des Vereins in einen intern laufenden Revisionsprozess ein. Ziel ist es, die Vereinsstruktur und den Serverbetrieb gezielt an heutige lokale Bedürfnisse anzupassen: “You have to think about it differently.” (Peter Wagenhuber, servus.at) Selbstverwaltete digitale Kommunikationskanäle und Plattformen sind als Gegengewicht zu kommerziellen Anbietern unverzichtbar zum Aufbau und Erhalt lokaler(Internet-)Kultur, denn sie ermöglichen es, Formen, Diskurse und Moderation von Beiträgen (inkl. künstlerischer), gemeinsame Interessen und Werte selbständig zu verhandeln und zu gestalten.
Die gemeinnützig und nichtkommerziell ausgerichtete Betriebsform von mur.at, die auf besondere Weise online- und offline-Kulturarbeit vereint, wird insbesondere durch öffentliche Förderungen ermöglicht. Diese sind unabdingbar, um Gestaltungsfreiheit und Niederschwelligkeit für unser Programm und die Infrastruktur zu garantieren und unzähligen Kreativen, Künstler:innen, Einzelunternehmer:innen und Vereinen in der Steiermark und darüber hinaus eine nachhaltige und datenschutzgerechte Onlinepräsenz „made in Graz“ zu ermöglichen.
Image credit: Jess Robinson

